Zwischen Stabilität und Marktimpulsen: Offene Immobilienfonds im Fokus
Zwischen Stabilität und Marktimpulsen: Offene Immobilienfonds im Fokus
Offene Immobilienfonds sind mit einem Fondsvolumen von rund 118 Mrd. Euro (Stand: Juni 2025) die bedeutendste Form der indirekten Immobilienanlage in Deutschland. Sie stehen seit einigen Jahren jedoch in einem spürbar veränderten Marktumfeld: steigende Zinsen, erhöhte Volatilität und konjunkturelle Unsicherheiten beeinflussen Kapitalflüsse und Liquiditätsmanagement stärker als in der Vergangenheit.
Vor diesem Hintergrund untersucht die von Union Investment beauftragte Studie, wie sensibel Mittelzu- und -abflüsse sowie das Fondsvermögen auf makroökonomische Impulse reagieren – und ob sich dabei Unterschiede zwischen Publikumsfonds für private und institutionelle Anleger zeigen. Im Fokus steht die Frage, welche Faktoren die Dynamik der Kapitalbewegungen tatsächlich treiben.
Auf Basis eines monatlichen Panels von sechs offenen Immobilienfonds im Zeitraum von 1995 bis 2025 werden mithilfe vektorautoregressiver Modelle, Impulse-Response-Analysen und Strukturbruchtests die Auswirkungen von Zins-, Inflations-, Wachstums- und Unsicherheitsimpulsen analysiert. Dabei wird gezielt zwischen privaten und institutionellen Publikumsfonds differenziert.
Die Ergebnisse zeigen: Kapitalmarktnahe Einflussgrößen – insbesondere Zins- und Volatilitätsimpulse – erklären die Mittelbewegungen deutlich stärker als klassische realwirtschaftliche Indikatoren. Gleichzeitig treten Unterschiede in Reaktionsintensität, Timing und Synchronität von Zu- und Abflüssen zwischen den Anlegergruppen zutage.
In der Learn@Lunch-Session stellen Hannah Salzberger und Leonie Müller-Judex – gemeinsam mit Tobias Just erarbeitet – die zentralen Erkenntnisse vor. Sie ordnen die Ergebnisse im Kontext von Mittelbewegungen, Liquiditätssteuerung und strategischer Fondssteuerung ein und zeigen, welche Implikationen sich daraus für institutionelle Investoren ergeben.